Archy, die französische Bulldogge aus dem Tierheim

Nachdem Che im April 2018 über die Regenbogenbrücke gegangen ist, haben wir entschieden, dass wir nicht gleich wieder einen Zweithund aufnehmen. Wir mussten den Verlust erstmal verarbeiten und wollten unsere Aufmerksamkeit erstmal nur Murphy schenken.

Der „Goldbub“ genoss zwar die Zuwendung als Einzelhund, aber dadurch, dass er seit Welpenalter einen Gefährten gewohnt war, merkte man ihm trotzdem an, dass ihm ein Hundebruder fehlte.  

Im Herbst schlossen wir mal eine „Spaziergeh-Mitgliedschaft“ im Tierheim Baden ab. Und so kam es, dass Archy am Sonntag vor 2 Monaten, den 25.11.2018, bei uns einzog. Wir wurden informiert, dass er einen epileptischen Anfall gehabt hat, aber lasst euch die Geschichte einfach von Archy erzählen:

Wuff! Hallo! Und Hi!

Wo soll ich denn beginnen…?
Für mein relativ kurzes Leben, habe ich doch schon einiges erlebt. Beginnen wir einfach von vorne: Ich wurde am 10.12.2017 in der Slowakei geboren. Das sagt zumindest mein Heimtierausweis.

Mein erstes zu Hause war in Wien. Das war auch ganz ok dort, soweit ich mich erinnern kann. Ich mag Menschen und andere Hunde total gerne, also insofern haben sie dort keinen Quatsch mit mir gemacht. Meine größte Leidenschaft ist Essen!! Vielleicht hat ihnen das nicht gefallen?!

Sonst bin eigentlich immer gut aufgelegt, bin sehr brav beim Spazieren gehen, laufe nicht davon und jagen tu ich auch nicht gern. Bringt ja nix. So schnell bin ich sowieso nicht. Bin eher von der gemütlichen Sorte 😉 Vielleicht war das mein Fehler?

Warum sie mich ins Tierheim Baden gebracht haben, weiß ich also nicht und kann ich auch nicht wirklich verstehen? Keine Ahnung. Ich weiß es nicht…

Das Tierheim

Eigentlich hat es mir dort eh ganz gut gefallen. Sie waren alle super lieb zu mir, aber eine eigene Familie ist halt schon was Tolles und etwas ganz Anderes!! Relativ schnell wurde ich vermittelt. Leider hatte ich dann meinen ersten „offiziellen“ epileptischen Anfall und so kam ich wieder zurück ins Tierheim.

Meine Babsi-Mama hat mir erzählt, dass sie mich eh schon kurz im Oktober gesehen hatte, als sie mit anderen Hunden aus dem Tierheim spazieren ging. Aber da war ich schnell zu dieser Stelle vermittelt. Ende November wurde Mama dann von ihrer Yogalehrerin aufmerksam gemacht, dass doch eine Französische Bulldogge im Tierheim Baden ist und ob das nicht ein Kumpel für Murphy wäre.

Babsi hat dann nochmal auf die Homepage geschaut und ich war wieder drin (oder drauf). Unter dem Namen Aras war ich mit diesem Bild zu sehen:

Archy (zu diesem Zeitpunkt noch Aras)

Das Kennenlernen

Nach einem Gespräch meiner Hunde-Eltern hat Mama im Tierheim angerufen und einen Termin zum Spazieren gehen ausgemacht. Also wurde ich Samstag Vormittag überrascht und durfte meine erste Runde mit meinem großen Bruder Murphy, Babsi und ihrem Lieblingsmenschen gehen. Ich war sehr brav und ich glaube, sie haben sich da schon ein wenig in mich verliebt…

Und schwuppdiwupp kamen sie doch tatsächlich am Sonntag schon wieder. Die Pflegerin aus dem Tierheim wollte noch sehen, wie ich mich mit Murphy im Freilauf verhalte. Da wir beide sehr manierlich im Umgang sind, blieb sie nur kurz. Dass wir dort gleich zum Spielen begonnen haben, hat sie gar nicht mehr mitbekommen. Aber so war es für die 3 klar: ICH KOMME MIT!

Der Einzug

Die Autofahrt war kurz und schon betrat ich mein neues zu Hause! Was soll ich sagen? Murphy hat mir gleich mal den Garten gezeigt und unsere Hunde-Großeltern vorgestellt. Der Garten ist super und Oma & Opa sind supertupertoll. Die freuen sich immer sooo, wenn sie mich sehen und beim Opa gibt’s auch immer ein kleines Keks. Der mag Essen nämlich so gern, wie ich 🙂 da verstehen wir uns!

Dann sind wir in die Wohnung rauf. Boah gibt’s hier viele Hundebetten. Schonmal 3 im Wohnzimmer. Obwohl hier nur ein Hund wohnt? Der eigentlich eh nur neben Mama auf der Couch liegt… Schon bissl komisch meine neuen Eltern?? Mir hat’s hier trotzdem gleich gefallen!

Murphy und ich haben dann noch ein bissi gespielt, worüber sich die Zweibeiner irrsinnig gefreut haben. Die Couch durfte ich auch gleich zum Gruppenkuscheln und „Nachmittagsheidi“ am Sonntag einweihen. Frische Luft haben wir dann noch bei einer kurzen Kennenlern-Runde unserer Hausstrecke in den Weinbergen geschnappt, bevor es urleckeres Abend-Pappi gab.

Meine Mama war der Meinung, dass Aras nicht zu mir passt. Papa zwar schon, aber Frauli hat sich durchgesetzt und darum heiße ich jetzt Archibald oder eher Archy!

Die erste Woche

Ich bin jetzt ein so genannter Office Dog. Mein Herrli ist selbstständig und hat sein Büro unter unserer Wohnung, somit ist klar welchen Job Murphy und ich haben. Wenn es das Wetter zulässt, müssen wir den Hof bewachen und wenn es zu kalt und zu nass ist, ärgern wir Herrchen und seinen Kollegen. Zwischendurch gibt’s was Leckeres zu kauen oder es wird einfach nur geschlafen.

Zu Mittag nehmen uns meistens Oma und Opa mit auf einen Spaziergang und dann dauert es auch nicht mehr lange bis das Frauli nach Hause kommt. Mit ihr machen wir dann auch noch tolle Sachen. Entweder nochmal Spazieren, oder gemeinsam Spielen oder sowas wie Üben. Aber die erste Woche sind wir zum Glück ruhig angegangen 😉

Meine Mama ist auf jeden Fall ganz happy, dass ich so gern esse. Sie tut sich da leichter mir was beizubringen, sagt sie. Darum höre ich auch schon so toll auf meinen neuen Namen.
Archy = Keks ⇒ hab ich ganz schnell verstanden 🙂

Am Wochenende habe ich dann die Galgo-Gang von Martina kennengelernt. Die find ich auch alle cool, aber ganz schön dünn sind die Burschen, im Gegensatz zu mir. Meine Eltern nennen mich ja liebevoll: Pummelchen oder Silberfuchs oder NüNü (steht für Nilpferd – haben sie mir erklärt). Kann ja nicht jeder so eine Windhundfigur haben oder so ein Sport-Frenchie sein, wie mein großer Bruder Murphy…

Die Epilepsie

Am Montag hat dann wieder der normale Büroalltag begonnen und alles war gut. Gerade ein Nickerchen mit Murphy auf der Bürocouch gemacht, als ich am Nachmittag dann plötzlich mit einer Nadel in meinem Beinchen aufgewacht bin und mich total erledigt fühlte. Meine neuen Eltern waren auch da und ziemlich bleich um ihre Nasen. Sie wirkten ziemlich durch den Wind.

Ich hatte wohl einen sehr schlimmen epileptischen Anfall, von dem ich zum Glück nix mitbekommen habe. Dienstags ging es mir schon wieder deutlich besser, aber anscheinend hatten sich die Nerven in meinem Gehirn noch nicht ganz beruhigt.

In der Nacht war die Hexe schon wieder zu Besuch (so sagt man auch dazu) und dann vormittags noch 2 Mal. Das nennt man dann Serienanfall, hat die Tierärztin gesagt. Wie kreidebleich meine Zweibeiner jetzt waren, muss ich euch wohl nicht erklären.

Das Notfallmedikament, welches wir jetzt zu Hause haben, hat in der Nacht auch geholfen, aber nach den kurzen Anfällen am Vormittag, musste ich die folgende Nacht trotzdem in der Klinik zur Überwachung bleiben.

Das Leben mit der Krankheit

Ein bißchen Angst hatte ich schon, dass sie mich nicht mehr abholen oder wieder zurück ins Tierheim bringen würden. Aber inzwischen weiß ich, dass ich hier angekommen bin und sie mich nie wieder hergeben. Auch wenn ich vielleicht die etwas andere Aufgabe bin.

Ich bekomme seit dem Serien Anfall 2x täglich, sehr pünktlich, meine Tabletten. Verpackt in Wurst – yeah, wieder was zu Essen – nehme ich sie ohne darüber nachzudenken. Meine Eltern dürften sich sehr intensiv mit meiner Diagnose auseinander gesetzt haben. Sie haben viel gelesen, viel recherchiert und einiges gemanaged, um mit der Krankheit besser umgehen zu können. Darüber wird euch Mama in einem eigenen Beitrag erzählen, hat sie mir verraten.

Für mich waren die Anfälle nicht so schlimm, bin ja quasi bewusstlos gewesen. Nur danach fühle ich mich nicht so toll. Ich rieche dann auch meistens nach Pipi und Kacka und mein Gesicht ist voll gesabbert. Meistens bin ich ziemlich orientierungslos und muss mal die Lage abchecken. Das dauert ein wenig bis ich dann wieder zur Ruhe kommen kann. Und am nächsten Tag habe ich einen mörderischen Muskelkater – ich sag’s euch. So als ob ich den Großglockner bestiegen hätte…

Aber seit dem ich die Medikamente bekomme, geht es mir gut und die Hexe war nicht mehr zu Besuch!!
Anfangs waren meine Zweibeiner sehr verunsichert, was sie mir zumuten können und was nicht. Aber ich habe ihnen gezeigt, dass ich nach wie vor ein ziemlich relaxter Zeitgenosse bin und mich eigentlich nichts so schnell aus der Ruhe bringt – Silvester interessiert mich nicht, z.B.

Daher behandeln sie mich jetzt wie einen ganz normalen Hund und ich kann mein neues Leben mit meinen Eltern und meinem tollen, großen Bruder in vollen Zügen genießen.

Bis bald!
Euer Archy

PS: Demnächst erzählt euch Frauli mehr über die Epilepsie und was es zu beachten gibt!

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6 Comments

  1. Ich finde es so schön, dass er seinen Weg zu euch gefunden hast und Du Dich der Krankheit stellst.
    Und er scheint wirklich hervorragend zu Murphy zu passen. <3
    Herzliche Grüße
    Stephie mit Enki und Kane

    • Babsi Matzinger

      Er hat uns wirklich gesucht und gefunden <3
      Liebe Grüße an dich, Enki & Kane in den hohen Norden!!

  2. Liebe Babsi, schön das es Menschen wie euch gibt.

  3. Lieber Archy,
    da hast Du es aber richtig gut getroffen. Finley und ich freuen uns für Dich und Deine Familie, dass Ihr so gut zusammenpasst.

    Lieben Gruß aus Hamburg
    Birgit und Finley

    • Babsi Matzinger

      Liebe Birgit und lieber Finley,
      Danke für euren Gruß aus dem hohen Norden!
      Und ja, mir gefällt es richtig gut bei meiner neuen Familie 🙂
      Tschüss euer Archy