Mädchen mit 2 französischen Bulldoggen in der Wiese

Verantwortung für ein Hundeleben

Ein Leben mit Hund ist eine Entscheidung, die wohl überlegt und durchdacht sein will. Wer sich einen Hund nach Hause holt, tut das für mehrere Jahre. Wenn der Vierbeiner gesund ist, leicht über ein Jahrzehnt.

Ich bin der Meinung, dass man sich einiger Faktoren bewusst sein sollte, wenn man Verantwortung für ein Hundeleben übernimmt. Und diese Gedanken werde ich heute mit euch teilen. 

Warum ein Hund?

Eine gute Frage! Gründe dafür gibt es viele und diese liegen bei jedem selbst. Das Zitat von Heinz Rühmann fasst es für mich zusammen:

 Man kann ohne Hunde leben, es lohnt sich nur nicht!

Heinz Rühmann
Archie und Murphy mit den Vorderbeinen auf einem umgefallenen Baumstamm

Ich denke, wenn du dich entschließt einem oder mehreren Vierbeinern ein Zuhause zu geben, gehst du bewusst einige Verpflichtungen ein:

  • dich zeitlebens um das Tier zu kümmern
  • darauf zu achten, dass es gesund bleibt
  • die Bedürfnisse des Tieres bestmöglich zu erfüllen
  • mit dem Tier so zu leben, dass es der Gesellschaft keinen Schaden zufügt

Diese Punkte gelten das ganze Jahr – ein gesamtes Hundeleben lang!

Es gibt keine Tage, wo ich sagen kann: „Murphy! Archie! Heute interessiert es mich nicht, dass ihr da seid.“
Will ich auch 99% der Zeit nicht. Aber jeder hat Tage, wo alles zu viel ist, man genervt ist, man müde ist und man den Pausenknopf drücken will. Die felligen Mitbewohner wollen aber trotzdem ihre gefüllten Näpfe und ihren Gassigang. Manchmal reicht zwar auch der Garten (sofern einer zur Verfügung steht) – ein Ausflug durch das Revier wird allerdings bevorzugt.

Ein Hundeleben lang, sind sie auf uns angewiesen und werden nie selbstständig. Den Kühlschrank öffnen und sich selbst bedienen, würden sie zwar gern, ist aber nicht wirklich im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

Das Verantwortungsgefühl

Es gibt Menschen, die besitzen Tiere als Statussymbol, weil sie mit ihnen angeben wollen bzw. weil es nett ist.

Da hört man dann so Sätze, wie: „Der läuft halt einfach mit.“

Das hat bei mir noch nie geklappt… Weil ich mir zu viele Gedanken mache, ob das Lebewesen, welches ich in mein Leben geholt habe, auch zufrieden ist.

Keine Frage – des Öfteren sollte ich sicher die Sorgenfalten abstreifen und Hund Hund sein lassen. Da ich mir der übernommenen Verantwortung allerdings bewusst bin, gebe ich trotzdem jeden Tag mein Bestes um diese Seelen glücklich zu machen.

Von Gesundheit, Flexibilität und Spontaneität

Seit Archie eingezogen ist, hat sich unser Leben überhaupt zur Gänze verändert.

Wo wir früher spontan und flexibel entschieden haben, welche Unternehmungen anstehen, ist jetzt Planung angesagt.

4x täglich pünktliche Medikamentengabe mit zusätzlich getimter Futterzubereitung (spezielle Diät) für unseren Epileptiker, lassen nur einen gewissen Spielraum an persönlicher Freiheit zu.

Auch wenn das manchmal anstrengend ist und gutes Management erfordert, ist es mir all das Wert! Zu sehen, wie Archie sich in den letzten eineinhalb Jahren entwickelt hat und WIE happy ein Hund sein kann, lassen mich wissen, warum ich das tue!

Archie und die Auswirkungen seiner Krankheit auf unseren Alltag sind ein Extremfall. Nichtsdestotrotz sollte man auch mit einem gesunden Hund, wie Murphy, darauf eingestellt sein, dass mal was passieren kann. Ein eingerissene Kralle oder eine Ohrenentzündung bedürfen Pflege und Umsicht. Ein Urlaub oder ein persönlicher Krankheitsfall erfordern eine Person, der die Obsorge des Vierbeiners für die Zeit übernehmen kann.

Sinnvoll wäre es, dies vorab mit Familie, Bekannten bzw. Freunden abzuklären. Wenn du es dir leisten kannst, gibt es natürlich auch Hundepensionen oder Dogwalker, die hier aushelfen können. Ob die Chemie passt, sollte bereits zu einem Zeitpunkt getestet werden, wo das Service noch nicht dringend benötigt wird.

Eins, Zwei, Drei, Viele,…

Wir haben uns dafür entschieden, dass wir gerne ein kleines „Rudel“ wollen und nicht nur einen Einzelhund. Das ist natürlich jedem selbst überlassen. Solltest du dich auch für Mehrhundehaltung interessieren, gilt es zu Bedenken, dass vieles mehr Zeit kostet und sich natürlich gewisse Ausgaben der Anzahl entsprechend erhöhen.

Murphy liebt seinen „Bruder“ über alles, aber die Zuwendung, die Archie gerade zu krankheitsbedingt stressigen Zeiten bekam, hat ihm teilweise gefehlt.

Schuldgefühle haben sich phasenweise in mir breit gemacht, aber es war eben so, wie es war. Und das Sprichwort:

Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.

münze ich hier auf die Tierwelt um, und erkenne, dass ich mich nicht für alle zerreißen kann.
Ein paar extra Streicheleinheiten, ein Single-Spaziergang mit mir und die Welt ist für Murphy wieder in den Fugen 🙂

Abgesehen von dem pflegeintensiven Ungleichgewicht, haben die 2 ziemlich unterschiedliche Interessen und Charaktere.

Murphy liebt es uns zu zeigen, wo sich Eidechsen befinden und wo Hasen & Rehe ihre Spuren hinterlassen haben, während Archie am liebsten Hundekekse jagt. Murphy findet Essen nur halbwichtig – ich kenne keinen Hund für den Futter so ein nebensächliche Angelegenheit ist 😉

Während Archie gerne neue Hundefreunde kennenlernt, verzichtet Murphy lieber auf neue Bekanntschaften und genießt seine Zeit mit uns. Wir versuchen auf die individuellen Bedürfnisse einzugehen und schließen Kompromisse. So, wie es in einer Partnerschaft, auch sein sollte.

Individualität besteht definitiv in der Hundewelt und keine Fellnase gleicht der Anderen.

Nicht zu vergessen: die Kosten für ein Hundeleben

Wie eingangs geschrieben, kann ein Hundeleben leicht über ein Jahrzehnt andauern.
Ich werde hier jetzt keine genaue Kostenaufstellung darbieten, da der monetäre Aufwand von einigen Faktoren abhängt. Am Besten du machst dir Gedanken und stellst vorab deine eigene Rechnung auf.

Fixkosten, die du einrechnen solltest:

  1. Anschaffungskosten
  2. Futterkosten
  3. Tierarzt
  4. Versicherung und Steuer

Ad 1.
Zuerst musst du dich entscheiden, ob du einem Hund vom Züchter, aus dem Tierheim oder von einem Verein ein neues Zuhause geben möchtest. Der Züchter verlangt seinen Preis, Tierheime und Vereine eine Schutzgebühr. Hier liegen natürlich hunderte bis tausende Euro dazwischen – es sei einfach nur erwähnt.
Zu den Anschaffungskosten zähle ich auch die Grundausstattung, wie Halsband, Brustgeschirr, Leine, Körbchen, Spielzeug. Diese sind, ähnlich wie Punkt 2, bis zu einem gewissen Grad von der Größe des Hundes abhängig.

Ad 2.
Was Futterkosten betrifft spielen noch mehr Punkte eine Rolle: hast du einen Chihuahua oder eine Dogge? Willst du Trockenfutter bzw. Nassfutter verwenden oder lieber Barfen? Greifst du zum Diskontfutter oder zum Premium Anbieter? Welche Leckerli willst du verwenden? Und so weiter….

Ad 3.
Auch etwaige Tierarztkosten solltest du in die Rechnung miteinbeziehen. Auch wenn es nur die jährliche Impfung ist. Ein Sparkonto anzulegen oder eine Kranken/Unfallversicherung für den Hund abzuschließen, kann eine Überlegung wert sein.

Ad 4.
Eine Haftpflichtversicherung ist, wie der Name schon sagt, auch beim Hund Pflicht. Meistens gibt es die Möglichkeit den Hund in die Haushaltsversicherung mit rein zu nehmen. Frag bei deiner Versicherung nach.
Wie hoch die Abgaben in deinem Wohnort für die Haltung eines Hundes sind, erfährst du direkt bei deiner Gemeinde.

Fazit

Wenn dich das alles noch nicht abgeschreckt hat und du gewillt bist, dich mit dem Tier an deiner Seite trotz möglicher Widrigkeiten auseinander zu setzen und du die Verantwortung dafür trägst, dann bist du, meiner Meinung nach, bereit für ein Hundeleben zu sorgen! 😉

Wie seht ihr das? Habt ihr eine andere Meinung dazu?

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