Wir wir wissen hält das Leben ja oft Überraschungen bereit und so auch diesmal bei unserem jährlichen Hochzeitstagsurlaub. Mitte Oktober stand dieser vor der Tür, aber statt romantischer Zweisamkeit gab es Tee und Taschentücher. Zuerst für mich, dann für meinen Lieblingsmenschen. Der Urlaub war kurz davor ins Wasser zu fallen. Aber ein Anruf später, mit der Frage: „Mama, wie spontan bist du und hast du die nächsten 4 Tage schon was vor?“, ließen aus dem Paar-Urlaub einen wunderbaren Mutter-Tochter-Hund-Trip werden.
Unser Ziel: das Mostviertel in Niederösterreich, genauer gesagt die Region um Göstling an der Ybbs. Und was soll ich sagen? Dieser goldene Oktober-Kurzurlaub mit Hund war die beste Medizin und hat uns mit unvergesslichen Eindrücken beschenkt. Und da meine Mama ursprünglich aus dem Mostviertel kommt, war es zusätzlich noch ein „zurück zu den Wurzeln“-Urlaub.
Ankommen im Hotel Fahrnberger – Ein Herz für Hunde (und hungrige Gäste)
Unser Zuhause für die nächsten Tage war das Hotel Fahrnberger in Göstling an der Ybbs. Ein sehr nettes, familiengeführtes 4-Sterne-Hotel, das uns sofort mit seiner Herzlichkeit überzeugt hat. Das absolute Highlight war die Kulinarik. Das Essen war einfach hervorragend!
Durch einen Zufall waren wir in der ersten Nacht die einzigen Gäste. Man hätte uns ein reduziertes Frühstück servieren können, aber nein: Für uns wurde das komplette, reichhaltige Buffet aufgebaut. Das war purer Luxus und zeigt, mit wie viel Liebe dieser Betrieb geführt wird.
Murphy war im Hotel herzlich willkommen, durfte aber nicht mit in den Restaurantbereich. Das war für uns okay, da man klar kommunizierte und uns zusätzlich angeboten hätte, in einem separaten Stüberl zu essen. Wir entschieden uns dafür, Murphy entspannt am Zimmer zu lassen, was für ihn völlig in Ordnung war.
Frühstück
Unser Zimmer war sehr geräumig, gemütlich traditionell mit Holzmöbeln und einem Balkon ausgestattet. Da es nur wenige Stufen nach dem Ausgang gab, war es ein leichtes mit Murphy ins Freie zu kommen.
Ein kleiner Wellnessbereich mit Dampfbad, Sauna, Infrarot Kabine und Ruhebereich lud uns nach unseren Ausflügen am Nachmittag zum Entspannen ein.
Tag 1: Auf dem Holzweg durchs Mendlingtal
Nachdem wir ausgepackt und uns eingerichtet hatten, zog es uns direkt in die Natur. Und da die Erlebniswelt Mendlingtal, die 2014 zum niederösterreichischen Landessieger bei „9 Plätze, 9 Schätze“ gekürt wurde, direkt gegenüber vom Hotel ihren Anfang nimmt, war nichts leichter als das.
Entlang des plätschernden Mendlingbachs führen einige Holzstege und Brücken durch diese wildromantische Schlucht. Die feuchte Luft, der Geruch von Moos und das leuchtende, goldene Herbstlaub. Es war einfach bezaubernd und brachte uns die Kraft des Wassers näher.
Ursprünglich wurden hier Baumstämme transportiert, die damals für die Eisenverarbeitung sehr wichtig waren. Hammerwerke, Triftanlagen und Mühlen sind auf dem Weg zu bestaunen. Und die II. Wiener Hochquellwasserleitung fließt hier vorbei, die kurz hinter der Grenze zur Steiermark ihren Ursprung hat.
Wir sind die Strecke gemütlich in ungefähr 1:45 Stunde gewandert und haben uns von der Kraft der Natur in Staunen versetzen lassen. Am Ende des Weges wartete das Hammerherrenhaus mit einer gemütlichen Gaststube auf uns, wo wir uns bei Tee, Kaffee und Kuchen aufgewärmt und gestärkt haben. Wir haben uns vom Taxi zurück zum Hotel bringen lassen.
Touren-Steckbrief Mendlingtal „Auf dem Holzweg“
Lage: Lassing bei Göstling an der Ybbs
Länge: ca. 3,5 km (one way)
Hunde: An der Leine herzlich willkommen (€ 2 Eintritt, Stand 2026)
Kosten: Der Eintritt ist in der Niederösterreich-Card inkludiert, ansonsten € 12,- für Erwachsene. (Stand 2026)
Tag 2: Postkarten-Idylle am Lunzer See, Besuch am Hochkar und im Hochmoor Leckermoos
Der nächste Tag begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein und einem knallblauen Himmel. Der goldene Herbst zeigte sich von seiner allerschönsten Seite!
Wir starteten mit einer entspannten Runde um den Lunzer See, dem einzigen natürlichen See Niederösterreichs. Die Bäume rund um das glasklare Wasser leuchteten in den intensivsten Gelb- und Rottönen. Wir haben die Sonnenstrahlen aufgesogen, die Farben bewundert und einfach nur den Moment genossen. Eine absolute Empfehlung für jeden, der im Herbst unterwegs ist!
Danach fuhren wir voll motiviert aufs Hochkar. Wir wollten mit dem Lift noch weiter hinauffahren, doch da machte uns die Zwischensaison einen Strich durch die Rechnung. Ein wichtiger Tipp für euch: Außerhalb der Hauptsaisonen fahren die Lifte oft nur am Wochenende! Das hatten wir nicht bedacht.
Die Fahrt die Passstraße hinauf war trotzdem ein Erlebnis. Den Abendspaziergang verlegten wir dann, nach einem schmackhaften Nachmittagskuchen im Hotel, ins Hochmoor Leckermoos (Teil des Wildnisgebiets Dürrenstein-Lassingtal). Ein einfacher, ebener Rundweg von ca. 1,5 km führte uns 3 hier durch eine einzigartige, mystische Landschaft. Perfekt für eine ruhige Gassirunde zum Ausklang des Tages.
Tag 3: Eisen, Emaille und die Heimreise
Am dritten Tag wollten wir noch ein wenig die Kultur der Region entdecken und sind zu folgenden Zielen gefahren:
Ybbsitz: Wir spazierten durch die Marktgemeinde an der Eisenstraße. Die lange Geschichte der Schmiedekunst ist hier an jeder Ecke spürbar, besonders durch die vielen schönen Eisenskulpturen.
RIESS Emaille: War ein persönliches Muss für mich! Wir schafften es gerade noch rechtzeitig zum Werksverkauf der Firma RIESS. Sie schliessen um 12 Uhr Mittags. Ich bin bereits stolze Besitzerin einiger dieser Töpfe. Mama hat zum Glück noch das ein oder andere Weihnachtsgeschenk für mich gebraucht – wenn ihr versteht, was ich meine 😉
Waidhofen an der Ybbs & Schloss Rothschild: Weiter ging es für uns in das hübsche Stadtzentrum von Waidhofen und dort gönnten wir uns zu Mittag eine kleine Stärkung im eleganten Ambiente des Schloss Rothschild. Nachmittags gönnten wir uns dann Relaxtime im Spa Bereich vom Hotel.
Ybbsitz und Riess
Waidhofen and der Ybbs und Schloss Rothschild
Manchmal sind es die spontanen Entscheidungen, die zu den schönsten Reisen führen. Unser Kurzurlaub im Mostviertel war genau das: entspannt, naturverbunden und unglaublich wohltuend. Die Region ist im Herbst ein wahres Farbenparadies und ein Traum für alle, die ohne viel Trubel wandern und genießen möchten. Die Hundefreundlichkeit war überall spürbar und hat den Urlaub perfekt gemacht. Eine absolute Empfehlung von unserer Seite!
Mein Fazit: Das Mostviertel ist ein perfektes Urlaubsziel mit Hund, vor allem im Herbst, aber vermutlich auch zu jeder anderen Jahreszeit 😉
Kennt ihr das Mostviertel auch schon? Verratet mir eure liebsten Plätze!