Hundetag Baden

Martina, Atlas, Tiago & Neroli

Zu Babsi, Murphy & Archibald

Über mich, Martina.

Mal von Anfang an…

Da meine Mama aus Ungarn stammt, war ich als Kind jedes zweite Wochenende bei Oma zu Besuch, in den Ferien natürlich auch. Dort gab es Enten, Hühner, Schweine und Kühe. Mein Opa war sehr großzügig und hat jedem von uns 3 Enkerln eine Kuh geschenkt. Ab dem Zeitpunkt wo ich alleine laufen konnte, war ich andauernd im Stall. Mein Großonkel hatte auch Tiere und zwar: Pferde. Auf seinem riesigen, langen Hof hat er mich an einem Ende auf ein Pferd gesetzt, das ist mit mir bis ans andere Ende galoppiert und in der Kurve bin ich immer runter gerutscht, weil Sattel hatten wir keinen. So begann die Tierliebe!

Einen Hund wollte ich immer haben, aber irgendwie wollte mir niemand einen erlauben. Irgendwann sind mein Cousin und ich in die Siedlung ausgebüchst und haben unseren ersten Hund „geholt“, in der Jacke versteckt, heimgebracht. Oma und Opa waren – Überraschung – weniger begeistert, aber ich durfte MorsiBrösel, eine schwarz-weiße ungarische Promenaden Mischung, behalten. Wenn wir nicht den ganzent Tag miteinander gespielt haben, brachte ich ihm bei über Hürden zu springen. Er wurde sehr alt bei uns.

Mein zweiter Hund, Gini, war eine Golden Retriever Dame, die ich von einer Familie geschenkt bekam, die sie aus der Tschechei gerettet hatten. Gini hat circa 14 Jahre bei uns gelebt. Meistens bei mir, aber auch bei meinen Eltern. Als ich für ein Jahr nach Amerika ging, gab ich sie komplett in Mama’s Obhut. Nach meiner Rückkehr wollte Gini bei Mama bleiben und wir haben ihren Wunsch akzeptiert.

Faszination Galgo Espagnol ♥

Oft habe ich die „Galgo in Not“ Seite studiert. Recht bald besuchte ich auch eines der spanischen Windhunde-Treffen und kaufte einen Schutzengel für meinen zukünftigen Hund. Dieser hing an die 2 Jahre am Kühlschrank und wartete auf seinen „Schützling“. Zu Jahresbeginn 2014 war es soweit und ich füllte das Kontaktformular auf der Seite aus.

Atlas.

Atlas

Die damaligen Obfrauen haben schnell reagiert und im April wurde mir bereits Atlas vorgestellt. Er lebte in Spanien auf der Straße, wurde ungefähr ein Jahr lang immer wieder gesichtet und hat sich schlussendlich in einem Haus versteckt, wo Nieves (die Leiterin des ortsansässigen Tierheims) ihn einfangen konnte. Lydia und Wolfgang, von Galgo in Not, waren zu diesem Zeitpunkt mit dem Auto bei Nieves, um einige Hunde nach Österreich zu bringen. Obwohl er nicht eingeplant war, hat Atlas es mit seinem kaputten Fuß und seiner lieben Art geschafft, einen Sitzplatz nach Österreich zu ergattern. Er wurde kurzzeitig bei Pflegemama Karin untergebracht und am 16.04. hat sie ihn zu mir gebracht.

Zu Beginn schockiert über seine wenigen 19 Kilogramm und sein ehemals gebrochenes Vorderbein, habe ich Atlas mit seinem offenen, herzlichen Charakter allerdings sehr schnell in mein Herz geschlossen.
Im September wurde er dann nochmals operiert, weil in seinem zertrümmerten Bein ein loses Knochenstück gefunden wurde, welches sich entzunden hatte. Er war in der Klinik der Liebling aller, da Atlas ohne Angst mit Jedem mitgegangen ist, obwohl er übersäht ist mit Narben und sicher nicht nur gute Erfahrungen gemacht hat. Leider dauerte die Heilung der Wunde an die 5 Wochen, da sie sich nicht schließen wollte. Verband wechseln wurde unser täglicher Begleiter…

Nur nicht aufgeben!

Eine lange Regenerationszeit folgte: zuerst 6 Monate nicht laufen, danach Muskelaufbau beim Radfahren. Obwohl sein Fuß kürzer und komplett steif ist, beeinträchtigt es Atlas nicht beim Laufen. Er hat das alles überlebt – er ist ein Kämpfer, der einfach leben wollte und sich mich als Mama ausgesucht hat. Diese Zeit hat uns sehr zusammengeschweißt.

Mir war immer klar, dass ein Windhund einen zweiten Windhund braucht. „Cousin“ Ferdi war 4 Tage bei uns zu Besuch und ich hab gemerkt, ob 1 oder 2 ist schon egal. Atlas war oft traurig, wenn wir die Anderen trafen und wieder allein heimfuhren. Ich hab ihm gesagt: „Atlas, wenn du brav bist und deine Tierarztkosten reduzierst, bekommst du einen „Bruder“.“ Das hab ich nur ein paar mal ausgesprochen und Obfrau Lydia, Angela und Wolfgang von Galgo in Not haben schon überlegt.

So kam Tiago.

Tiago

Tiago wurde mit einer zweiten Galga im Februar 2016 bei Nieves von einem Jäger abgegeben. Im März sind die beiden die Reise nach Österreich mit dem Flieger angetreten. Angela hat Turbo (so sein Name zu der Zeit) mit Wolfgang vom Flughafen abgeholt und jeder war einfach nur fasziniert von seiner Gestalt, seinem Aussehen und seiner gigantischen Größe. Er wurde zu Pflegemama Karin in die Steiermark gebracht. Tante Angela (ich nenne sie alle Tanten, weil Galgo in Not einfach eine riesige Familie ist) wusste von Anfang an, dass er zu uns passen würde. Als wir, Atlas und ich, auf einem Fotoshooting in Graz waren, haben wir Turbo und Karin besucht. Der erste Eindruck: „Oh mein Gott! Was ist das? Das ist kein Hund. Das ist ein Pony!“ Seitdem hat er auch den Spitznamen „Pony“! 😜

Nach kürzester Zeit war klar, dass das Pony zu uns zieht. Am 16.4.2016 – genau zwei Jahre nach Atlas Einzug – war es soweit. Turbo benötigte mal schnellstens einen neuen Namen. Pflegemama Karin nannte ihn Tiger, weil er sich so geschmeidig bewegt und trabt wie eine große Raubkatze. Ich wollte etwas mit einem spanischen Touch. Beim Brainstorming gefiel mir besonders Santiago, wo ja Ti enthalten ist und so wurde aus Turbo Tiago.

Die Welt erobern?!

Tiago kannte unsere Welt überhaupt nicht: keine Stiegen, kein Auto, einfach gar nichts! Er hatte furchtbare Angst vor der ganzen Welt, die ihm aber Atlas jeden Tag aufs Neue gezeigt hat und nach wie vor tut.
Tiago ist am 5.4.2013 geboren. Er ist der größte Galgo und wohl auch der Schnellste, den ich je gesehen habe. Aber er hat nicht das Herz eines Jägers, so wie Atlas. Das war anscheinend der Grund, warum ihn sein Vorbesitzer, der spanische Jäger, nicht behalten wollte.

Da das Pony in sehr vielen Situationen Angstverhalten zeigt, suchte ich einen kompetenten Dolmetscher von „Hund auf Verständlich“. Unsere Tierärztin Ines Kitzweger vermittelte uns zu Oliver Schröder, der uns sehr geholfen hat, Tiago’s Ängste in den Griff zu bekommen.
Er hat sich bestens in unsere Herde (2 Ziegen, 2 Katzen, 1 Schlange) integriert und „klebt nicht mehr so oft in meiner Kniekehle“, weil er mehr und mehr an Selbstvertrauen gewinnt.
Und mein Herz hat er natürlich auch erobert!

Neroli, der weiße Galgo.

Neroli

Neroli kam aufrund einer Notsituation zu mir. Er lebte fix auf der Pflegestelle bei Karin, wo Tiago seine ersten Wochen in Österreich verbrachte. Leider ist Pflegemama Karin nach schwerer Krankheit von uns gegangen und so hat Neroli einen neuen Couchplatz gesucht.

Wir haben getestet, ob 3 Galgoletten für mich händelbar sind und was soll ich sagen:
Neroli hat seinen Couchplatz zwischen Atlas & Tiago gefunden.

Tierische Grüße
Martina, Atlas, Tiago & Neroli

PS: Wenn ihr wissen möchtet, wie die beiden Franzosen Murphy & Archy in Babsi’s Leben getreten sind, dann klickt jetzt!